Infobox von forst-rast.de
 

 


 

Natur des Jahres 2021

 

Waldgebiet der Jahre 2020 und 2021 Ivenacker Eichen

Das Waldgebiet der Jahre 2020 und 2021 sind die Ivenacker Eichen. Der Text ist bei 2020 zu finden.

 

Baum des Jahres 2021 Stechpalme

Der Baum des Jahres 2021 ist die Stechpalme (Ilex aquifolia L.). Sie kommt in Mittel- und Westeuropa mit atlantisch beeinflusstem Klima, in Südeuropa an den Mittelmeerküsten und in Nordafrika vor. Der immergrüne Baum kann bis zu 15 m hoch werden. Jedoch trifft man die Stechpalme als einen 1 bis 5 m hohen Strauch eher an. Die Blätter haben Blattstacheln, welche der Baum bzw. Strauch nur im unteren Bereich ausbildet. Blätter, die in einer Höhe sind, die das Wild nicht erreichen kann, sind ganzrandig. Trotzdem ernährt sich das Wild im Winter von den wehrhaften Blättern. Die roten Früchte sind gering giftig und werden erst nach mehrmaligem Frost weich. Diese werden gerne von Vögeln aufgenommen und somit die Samen verbreitet. Das grüne Holz wurde für Intarsien verwendet und Goethes Spazierstock, der in Weimar im Goethehaus ist, ist auch aus Stechpalmenholz.

 

Wildtier des Jahres 2021 Fischotter

Das Wildtier des Jahres 2021 ist der Fischotter (Lutra lutra L). Er kommt in fast ganz Europa (außer Island), Nordmarokko und Nordalgerien, in der borealen Zone Asiens und einem Band von der Türkei bis Südostchina vor. Er ernährt sich vor allem von Fisch, aber auch von sonstigen leicht erbeutbaren Tieren (z.B. Enten), Insekten, Muscheln und Flusskrebsen. Mit ca. 60.000 bis 80.000 Haaren je cm², die mikroskopisch miteinander verzahnt sind und Luftbläschen einschließen, hat der Fischotter eine ausgezeichnete Wärmisolierung und hält seine Haut damit trocken. Zwischen den Zähen hat er Schwimmhäute. Die Bestände der geschützten Art erholen sich langsam in Dtl., sind jedoch immer noch vom Aussterben bedroht.

Gewicht: 7,4 - 10,5 (bis 12) kg
Länge: bis 1,3 m mit Schwanz
Alter: 8 bis 13 (max. 22) Jahre
Paarungszeit: Feb./März
Tragzeit: 58 bis 62 Tage
Junge: 1-4

 

Fisch des Jahres 2021 Atlantische Hering

Der Fisch des Jahres 2021 ist der Atlantische Hering (Clupea harengus L.). Er ist im Nordatlantik weit verbreitet und kommt auch in der Ostsee vor. Der Schwarmfisch ernährt sich in der Jugend von Phytoplankton und später von Zooplankton (Krebstieren, pelagischen Schnecken und Fischlarven). Neuere Mageninhaltsuntersuchungen haben belegt, dass Heringe im Herbst auch Fische fressen. Nicht nur für uns Menschen hat er eine hohe Bedeutung als Speisefisch. Auch für Dorsche, Robben, Thunfische, Makrelen und Schweinswale ist er eine wichtige Nahrung. Da der Nachwuchs rückläufig ist, wurden die Fangquoten gesenkt. Außerdem gefährden Klimawandel und Nährstoffeinträge den Nachwuchs.

Länge: 30 - 35 (bis 45) cm
Gewicht: 120 - 200 g (bis 1 kg)
Eier: 20.000-50.000 (-200.000)
Eiergröße: 1,2 - 1,5 mm
Alter: bis 20 Jahre

 

Pilz des Jahres 2021 Grünling

Der Pilz des Jahres 2021 ist der Grünling (Tricholoma equestre (L. : Fr.) P. Kumm.). Er gehört zur Gattung der Ritterlinge und wird auch als Echter Ritterling bezeichnet. Er ist in Europa weit verbreitet und kommt in Kiefernwäldern auf sehr nährstoffarmen Böden vor. Die Hutoberseite ist schmierig und hat feine anliegende Schüppchen. Die Lamellen sind schwefelgelb und der Stiel weiß bis blass gelb. Er ist ein Mykorrhizapilz, d.h., er geht eine Symbiose mit Baumwurzeln ein. Die Fruchtkörper sind von September (auch schon ab August) bis Mitte November zu sehen. Bis 2001 galt der Grünling als essbar. Nach mehreren Vorfällen von Muskelschwäche und einigen Todesfällen ist er als Giftpilz eingestuft worden.

Hutbreite: 4 bis 13 cm
Stieldicke: bis 2,5 cm
Stiellänge: bis 10 cm

 

Blume des Jahres 2021 Großer Wiesenknopf

Die Blume des Jahres 2021 ist der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis L.). Er hat eine weite eurasische Verbreitung und kommt von der Atlantikküste in Frankreich bis nach Ostasien (Südchina) vor. Er wächst auf extensiv genutzten, feuchten bis nassen Wiesen. In der Antike und im Mittelalter wurde der Große Wiesenknopf wegen seiner blutstillenden Wirkung als Heilpflanze genutzt. Junge Triebe und Blätter haben einen hohen Vitamin-C-Gehalt und können in Salaten verwendet werden. Bei Insekten ist er sehr beliebt. Vor allem die Schmetterlinge Heller und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius und M. nausithous) sind an ihn gebunden. Der Große Wiesenknopf steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste in Deutschland.

Wuchshöhe: 30 - 120 (180) cm
Laubblätter: unpaarig gefiedert
Blüte: Juni bis Sept.

 

Arzneipflanze des Jahres 2021 Myrrhenbaum

Die Arzneipflanze des Jahres 2021 ist der Myrrhenbaum (Commiphora myrrha (Nees)Engl.). Der bis zu 4 m hohe dornige Baum kommt in den Trockengebieten des nordöstlichen Kenias und östlichen Äthiopiens, in Dschibuti, Somalia sowie auf der arabischen Halbinsel (Oman und Jemen) vor. Das Harz, die eigentliche Myrrhe, wurde schon in der Antike medizinische genutzt. Ihre adstringierende (zusammenziehende), entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung hilft bei Entzündungen der Haut und der Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich und des Darmes. Myrrhe wird aber auch als Räucherwerk und in der Parfümerie eingesetzt.