Natur des Jahres 2022

 

Waldgebiet der Jahre 2022

Das Waldgebiet des Jahres 2022 sind die Erdmannwälder. Diese Erdmannwälder sind heute 12 Waldgebiete mit einer Größe von ca. 2000 ha und liegen rund 40 Kilometer südlich von Bremen zwischen den Kleinstädten Sulingen und Bassum (Landkreis Diepholz). Sie wurden nach dem Forstmann Friedrich August Christian Erdmann (1859-1943) benannt, der ein Verfechter des naturgemäßen Waldbaus war. In Mischung ließ Erdmann Buchen, Eichen, Weißtannen, Douglasien, Fichten, Lärchen, Esskastanie und Orientalische Buche säen und zum Teil pflanzen. Spätere Förstergenerationen brachten zusätzlich Roteichen und Japanische Lärchen ein. Die Erdmannwälder sind nicht nur Baumarten- und Strukturreich, sondern haben auch verschiedene Standorttypen. Kleinräumige Weiher, Moorflächen, Erlenbrüche, Feuchtgrünland und Fließgewässer bieten vielfältige Lebensräume. Die Dürrejahre 2018-2020 haben den Erdmannwäldern kaum etwas anhaben können.

 

Baum des Jahres 2022 Rotbuche

Der Baum des Jahres 2022 ist die Rotbuche (Fagus sylvatica L.). Sie kommt in Mitteleuropa von Südskandinavien bis zum nördlichen Sizilien und von der nördlichen Iberischen Halbinsel bis zur Weichselniederung und den Karpaten vor. Die Rotbuche ist die einzige Buchenart (Gat. Fagus) in Europa und ist in Dtl. die häufigste Laubbaumart. Als Schattbaumart kann sie die ersten 40 (bis 70) Jahre problemlos im Unterstand überleben und gilt als Klimaxbaumart (bildet Endstadium in der natürlichen Sukzession). Ihre ganzrandigen Blätter mit wenigen kurzen abgerundeten Zähnen an den Blattnervenenden sind deutlich bewimpert. Ihre Früchte, die Bucheckern, sind essbar und werden gerne bei Salaten verwendet. Rotbuchen werden bis zu 300 Jahre alt (549 Jahre ist die Älteste bekannte), jedoch stirbt sie in Rotbuchen-Reinbeständen nach 200 Jahren natürlich ab. Alte Rotbuchenbestände haben den Flair einer kathedralen Halle mit Säulen, welche Rotbuchen-Hallenbestände genannt werden. Das kurzfasrige Holz ist wenig dauerhaft und wird vor allem im Innenausbau für Möbel und Parkett verwendet, sowie für Spielzeug und Gebrauchsgegenstände.

 

Wildtier des Jahres 2022 Schweinswal

Das Wildtier des Jahres 2022 ist der Schweinswal (Phocoena phocoena L). Er kommt auf der Nordhalbkugel vor, wobei er sich vor allem in den ozeanischen Flach- und Küstengewässern aufhält. In der Ost- und Nordsee ist er der einzige heimische Wal. Zur Kommunikation nutzen Schweinswale, wie alle Wale, die Echoortung. Der Schweinswal ist ein Zahnwal. Mit seiner bis zu 60 cm breiten Fluke (Schwanzflosse) kommt er trotz seiner gedrungene Form gut vorwärts. Er ernährt sich vor allem von Fisch, aber auch von Würmern, Schnecken, Krebstieren und Tintenfischen. In Dtl. wird der Schweinswal auf der Roten Liste als "stark gefährdet" geführt.

Gewicht: ♂ 48 kg, ♀ 57 kg (bis 90) kg
Länge: ♂ 1,40 m, ♀ 1,52 m (bis 1,85 m)
Alter: 8-10 (max. 20) Jahre
Paarungszeit: Juli/Aug.
Tragzeit: 10 bis 11 Monate
Junge: 1 (2 sehr selten)

 

Fisch der Jahre 2021 und 2022 Atlantische Hering

Der Fisch der Jahre 2021 und 2022 ist der Atlantische Hering (Clupea harengus L.). Der Text ist bei 2021 zu finden.

 

Pilz des Jahres 2022 Fliegenpilz

Der Pilz des Jahres 2022 ist der Fliegenpilz (Amanita muscaria (L. : Fr.) Lamarck). Er ist auf der nördlichen Hemisphäre in der gemäßigten und borealen Zone weit verbreitet und kommt auch in Gebirgen der subtropischen Zone vor. Er ist ein Mykorrhizapilz vieler Laub- und Nadelbäume, v.a. von Fichten und Birken. Der Fliegenpilz ist ein Giftpilz. In ihm ist Ibotensäure enthalten, welche schnell zu Muscimol zerfällt. Nach dem Verzehr kommt es zu Krämpfen, zentralnervösen Störungen, und rasendem Puls. Der Fliegenpilz wird seit ca. 1900 auch als Glückssymbol verwendet (Glückspilz).

Hutbreite: 5 - 15(bis 18) cm
Stieldicke: 1,5 - 3 cm
Stiellänge: bis 20 cm
Fruchtkörper: Juli-Okt.

 

Blume des Jahres 2022 Einbeere

Die Blume des Jahres 2022 ist die Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia L.). Sie kommt von Europa bis zur Mongolei auf feuchten und nährstoffreichen Böden vor. Sie verbreitet sich vor allem über die Wurzeln (Rhizomen). In den Achseln von Niederblättern werden Knospen gebildet, aus denen die oberirdisch sichtbaren Laubsprossen entstehen. An ihnen sind 4 Laubblätter, daher der Name quadrifolia, und am Ende des Sprosses eine Blüte und später die Frucht. Die Einbeere ist giftig. Ihr Bestand ist lokal noch häufig aber rückläufig und in 6 Bundesländern steht sie bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen.

Wuchshöhe: 10 - 30 cm
Alter (Rhizomen): bis 14 Jahre
Blüte: Mai bis Juni
Früchte: Juli - Sept.

 

Arzneipflanze des Jahres 2022 Mönchspfeffer

Die Arzneipflanze des Jahres 2022 ist der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus L.) und wird auch Keuschlamm genannt. Der Strauch wird bis zu 5 m hoch und war ursprünglich vom mediterranen Raum über Südwestasien bis zur Krim und Pakistan verbreitet. Mythologisch hat der Mönchspfeffer bei den griechischen Göttinnen eine bedeutende Rolle. Ihm wird eine lustdämpfende Rolle nachgesagt. Später wurden die Früchte in Mönchsklöstern aus besagtem Grund gegessen. Die Wirkung ist nicht nachgewiesen.
Heute werden die Früchte in der Phytotherapie verwendet. Inhaltsstoffe sind fettes und ätherisches Öl, Flavonoide, Bitterstoffe, Iridoide und Diterpene. Angewendet wird es bei Frau zur Regulierung des Prolaktinspiegels. Außerdem wird er bei Menstruationsstörungen, in den Wechseljahren und weiteren geschlechtsspezifischen Beschwerden angewendet. Die Wirkung ist noch nicht endgültig geklärt.

 

 

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