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Untersuchung einer fragwürdigen Fällung

Folgendes Bild ist im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge zu sehen.

Baumstumpf

Auf dem Bild ist ein abgebrochener Baumstumpf einer Fichte zu sehen, an dessen Stammfuß ein Fallkerb und ein Fällschnitt ist. Die Rinde ist fast komplett ab und Fruchtkörper von holzzersetzenden Pilzen sind zu sehen. Auf dem Bild sieht man links den abgebrochenen Stamm.

Totholz ist für Waldarbeiter gefährlich. Unkontrolliert können Teile der Krone abbrechen, beim Umkeilen können die Keile im morschen Holz versinken oder der ganze Baum fällt nicht in die geplante Richtung.

 

Detailaufnahmen:

Fallkerb mit Pilz Fällschnitt links Fällschnitt rechts
Fallkerb mit Fruchtkörper Fällschnitt auf der linken Seite Fällschnitt auf der rechten Seite
     
morsche Bruchstelle morsche Bruchstelle  
Bruchstelle in ca. 2 m Höhe Baumstumpf und liegender Stamm  

 

Vermutlicher Fällablauf

Hier wurde mit Greif- oder Seilzug die "Fällung" durchgeführt. Nach dem zu flach angelegten Fallkerb wurde der Mehrfachfächerschnitt als Fälltechnik angewendet (auch nachgezogener Fällschnitt genannt). Dabei wurde auf der rechten Seite ein Stechschnitt durchgeführt und beim Nachziehen nicht die Höhe der Bruchstufe eingehalten. Auf der linken Seite kommt der Fällschnitt zu tief an. Die Bruchleiste ist auf der linken Seite deutlich zu dick. Durch die Zugkraft des Seils bricht nicht die Bruchleiste, sondern der morsche Stamm in ca. 2 m Höhe ab.

Hätte der Motorsägenführer alle Maße eingehalten, wäre der Baum an der Bruchleiste abgeknickt und relativ kontrolliert gefallen. Dass dieser Baum trotzdem in die gewünschte Richtung gefallen ist, ist nur ein Zufall. Wenn ein Baum aus 2 m Höhe unkontrolliert fällt, kann dies tödlich ausgehen.