Verjüngung auf Freiflächen

Gebräuchliche Pflanzenzahlen und Pflanzverbände auf Freiflächen aus den Veröffentlichungen der Landesforsten

Die Pflanzung auf Freiflächen sollte eigentlich der Vergangenheit angehören. Die Orientierung auf Dauerwald und Naturverjüngung ist das Ziel der nachhaltigen Forstwirtschaft. Dennoch gibt es heute und in Zukunft Gründe für die Pflanzung auf Freiflächen:

  • Erstaufforstungen von bisher nicht forstlich genutzten Flächen,
  • Kalamitätsflächen (nach Sturmereignissen, nach Massenvermehrungen von Insekten …),
  • sowie Waldumbau von Beständen, die bisher mit nicht standortgerechten Baumarten bestockt waren.

Im Folgenden werden die vorgeschlagenen Pflanzverbände und Pflanzenzahlen je Hektar aus den Richt- bzw. Leitlinien der Landesforsten der Länder zusammengefasst. Teilweise wurden die Pflanzenzahlen rechnerisch hergeleitet. Die AutorInnen betonen, dass Monokulturen nicht das Ziel der Verjüngung sein können. Deshalb sind bei horst- und truppweiser Pflanzung die Anteilsflächen zu messen oder zu berechnen und anschließend mit den vorgeschlagenen Hektarwerten zu multiplizieren.

Bei Reihen- und Einzelbaummischung werden die Pflanzenzahlen der Baumarten anteilig berechnet. Folgende Beispielrechnung soll dies verdeutlichen:

Bundesland: Sachen-Anhalt

Nettopflanzfläche: 1,5 ha

Verjüngungsziel: 80% Trauben-Eiche, 20% Winter-Linde

TrEi: 8.000 Stk./ha × 0,8 (Mischungsanteil) × 1,5 ha = 9.600 Pflanzen
WLi: 4.000 Stk./ha × 0,2 (Mischungsanteil) × 1,5 ha = 1.200 Pflanzen
  = 10.800 Pflanzen

Als problematisch muss angesehen werden, dass die Landesforsten häufig die Pflanzverbände und Pflanzenzahlen herausgegeben haben, ohne einen direkten Bezug auf die Pflanzensortimente. Beim Pflanzverband ist das Pflanzensortiment zu berücksichtigen. Es ist ein Unterschied, ob 20 cm hohe einjährige Sämlinge oder verschulte Großpflanzen ab 120 cm gepflanzt werden. Aus der Erfahrung heraus, handelt es sich bei den Zahlen um zwei- bis vierjährige Baumschulpflanzen. Weitere Informationen können in der unten stehenden Literatur entnommen werden.

 

Zusammenstellung der Pflanzenzahlen je Hektar und der Pflanzverbände zur Verjüngung auf Freiflächen aus den Veröffentlichungen der Landesforstverwaltungen

N = Pflanzenzahl je Hektar
Pv = Pflanzverband (Pflanzreihenabstand x Pflanzenabstand)

 
 
 
Baden-Würtemberg Bayern Brandenburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen  
Baumarten N Pv N Pv N Pv N Pv N Pv N Pv N Pv N Pv N Pv  
Stiel-Eiche
 
3.000-5.000 2,0 × 1,0
3,0 × 1,0
6.700-8.900 1,5 × 1,0
1,5 × 0,75
6.000 k.A. 8.000 2,5 × 0,5 6.000-8.000 2,0 × 0,6 bis
2,0 × 0,8
8.000-10.000 2,0 × 0,5 bis
2,0 × 0,6
8.000 k.A. 8.000-10.000 2,5 × 0,5 8.000 2,5 × 0,5  
Trauben-Eiche
 
3.000-5.000 2,0 × 1,0
3,0 × 1,0
        8.000
3333*
1,5 × 0,7
3,0 × 1,0*
6.000-8.000 2,0 × 0,6 bis
2,0 × 0,8
        8.000-10.000 1,5 × 0,7 8.000 2,5 × 0,5  
Rot-Eiche
 
            4.000 2,5 × 1,0 4.000-5.000 2,0 × 0,6 bis
2,0 × 1,0
4.000-5.000 2,0 × 1,0 bis
2,0 × 1,2
    5.000-7.000 1,5 × 1,0 4.000 2,5 × 1,0  
Rot-Buche
 
5.000-10.000 2,0 × 1,0
(1,0 × 1,0)*
6.700-8.900 1,5 × 1,0
1,25 × 1,0
4.000-6.000 k.A. 10.000 2,0 × 0,5 8.000-10.000 2,0 × 0,5 bis
2,0 × 0,6
5.000-7.000 2,0 × 1,0 bis
2,0 × 0,7
9.000 k.A. 8.000-10.000 1,5 × 0,8 7.000-8.000 2,5 × 0,5 bis
2,5 × 0,6
 
Hainbuche
 
max. 3.300 3,0 × 1,5
3,0 × 1,0
                        8.000-10.000 1,5 × 0,8 4.000 2,5 × 1,0  
Berg-Ahorn,
Esche, ALh
max. 3.300 3,0 × 1,5
3,0 × 1,0
3.300 - 4.400 2,0 × 1,5
1,5 × 1,5
    4.000 2,5 × 1,0 3.500-4.000 2,5 × 1,3 bis
2,0 × 1,2
3.000-5.000 2,5 × 0,8 bis
2,5 × 1,3
5.000* k.A. 4.000-5.000 2,5 × 0,8 2.700 2,5 × 1,5  
Linden
 
max. 3.300 3,0 × 1,5
3,0 × 1,0
3.300 - 4.400 2,0 × 1,5
1,5 × 1,5
    4.000 2,5 × 1,0 3.500-4.000 2,5 × 1,3 bis
2,0 × 1,2
3.000-5.000 2,5 × 0,8 bis
2,5 × 1,3
    4.000-5.000 2,5 × 0,8 6.700 2,5 ×0,6  
Kirsche
 
max. 3.300 3,0 × 1,5
3,0 × 1,0
3.300 - 4.400 2,0 × 1,5
1,5 × 1,5
    4.000 2,5 × 1,0 3.000-3.500 2,5 × 1,3 bis
2,0 × 1,4
3.000-5.000 3,0 × 0,6 bis
3,0 × 1,0
    2.000-3.000 2,5 × 1,5 2.700 2,5 × 1,5  
Elsbeere, Mehlbeere, Speierling max. 3.300 3,0 × 1,5
3,0 × 1,0
3.300 - 4.400 2,0 × 1,5
1,5 × 1,5
                             
Schwarz-Erle
 
max. 3.300 3,0 × 1,5
3,0 × 1,0
3.300 - 5.000 2,0 × 1,5
2,0 × 1,0
2.200-3.300 3,0 × 1,0
4,0 × 1,0
3.333 3,0 × 1,0 3.000-4.000 2,5 × 1,3 bis
2,0 × 1,2
2.500-3.500 2,5 × 1,2 bis
2,5 × 1,6
3.000 k.A. 2.500-3.500 2,5 × 1,5 2.500 2,5 ×1,6  
Sand-Birke*
 
max. 3.300 3,0 × 1,5
3,0 × 1,0
            3.000-4.000 2,5 × 1,3 bis
2,0 × 1,2
2.500-3.500 2,5 × 1,2 bis
2,5 × 1,6
    2.500-3.500 2,5 × 1,5 400* 5,0 × 5,0  
Robinie                             4.000-5.000 2,5 × 0,8      
Pappel
 
100 - 400 5,0 × 5,0 bis
10,0 × 10,0
        600 7,0 × 5,0                      
Gemeine Fichte
 
 
max. 1.600 3,0 × 2,0 2.000-3.300 2,0 × 1,5
2,0 × 2,0
2,0 × 2,5
    1.700-2.200 3,0 × 1,5 2.500-3.000 2,5 × 1,6 bis
2,0 × 1,6
2.500-3.500 2,5 × 1,2 bis
2,5 × 1,6
2.500 k.A. 2.500-3.500 2,5 × 1,4 2.500 2,5 × 1,6  
Weiß-Tanne
 
 
1.666 - 2.222
max. 2.500
3,0 × 1,5
3,0 × 2,0
2,0 × 2,0
1.000 - 2.000 2,5 × 2,5
2,0 × 2,5
3,0 × 3,3
            2.500-3.500 2,5 × 1,2 bis
2,5 × 1,6
3.000 k.A. 2.500-3.000 2,5 × 1,4 2.000 2,5 × 2,0  
Küsten-Tanne
 
                    2.500-3.500 2,5 × 1,2 bis
2,5 × 1,6
    2.500-3.000 2,5 × 1,4 2.000 2,5 × 2,0  
Douglasie
 
max. 1.600 3,0 × 2,0 bis
6,0 × 2,0
1.000-2.000 2,0 × 2,5
3,0 × 3,3
2.500-3.000 k.A. 1.000-2.200 3,0 × 1,5 2.000-2.500 2,5 × 1,6 bis
2,5 × 2,0
    3.000 k.A. 2.500-3.000 2,5 × 1,4 1.500-2.000 2,5 × 2,0 bis
2,5 × 2,7
 
Wald-Kiefer
 
max. 2.500 2,5 × 1,5
3,0 × 1,5
5.000-6.700 1,0 × 1,5
2,0 × 1,0
8.000-10.000 k.A. 10.000 2,0 × 0,5 10.000-12.000 2,0 × 0,4 bis
2,0 × 0,5
8.000-10.000 2,0 × 0,5 bis
2,0 × 0,6
8.000 k.A. 10.000-12.500 1,5 × 0,6 5.000-8.000 2,5 × 0,5 bis
2,5 × 0,8
 
Schwarz-Kiefer                             6.000-8.000 1,5 × 1,0 4.000* 2,5 × 1,0  
Europäische
Lärche
    1.000-2.000 2,0 × 2,5
3,0 × 3,3
    1.700-2.500 4,0 × 1,5 2.000-3.000 2,5 × 2,0
2,0 × 1,7
    3.000 k.A. 2.000-3.000 2,5 × 1,5 1.500-2.000 2,5 × 2,0 bis
2,5 × 2,7
 
Japanische Lärche
 
                2.000-3.000 2,5 × 2,0
2,0 × 1,7
2.000-3.000 2,5 × 1,3 bis
2,5 × 2,0
    2.000-3.000 2,5 × 1,5      

 

Die Tabelle kann als pdf-Datei heruntergeladen werden: Pflanzenzahlen_und_Pflanzverbände_der_Lafos.pdf (PDF 47,7 kB) .

 

Literaturhinweise:

  1. Bayerische Staatsforsten (2022): Waldbauhandbuch Bayerische Staatsforsten, Pflanzung im Bayerischen Staatswald, WNJF-RL-002 Richtlinie Pflanzung, Version: 02.02, Stand: 09/2022, 35 S.
     
  2. Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (2014): Richtlinie landesweiter Waldentwicklungstypen, 116 S.
     
  3. Landesbetrieb HESSEN-FORST, Kassel (2008): Hessische Waldbaufibel, Grundsätze und Leitlinien zur naturnahen Wirtschaftsweise im hessischen Staatswald, 100 S.
     
  4. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (2004): Pflanzenzahlen bei der Kulturbegründung im Landeswald M-V; Unterbau und Voranbau; Behandlung kleiner Blößen, Heft C1, 7 S.
     
  5. Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg (2004): Waldbau-Richtlinie 2004 „Grüner Ordner“ der Landesforstverwaltung Brandenburg, 143 S.
     
  6. Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Sachsen-Anhalt (2017): Pflanzenzahlen, Merkblatt Pflanzenzahlen zur künstlichen Bestandesbegündung des Landes Sachsen-Anhalt, 11 S.
     
  7. Niedersachsen (2023): Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen im Land Niedersachsen, Redaktionelle Abkürzung: FoMFördRdErl,NI, Anlage 4 FoMFördRdErl - Pflanzenzahlen je Hektar Pflanzfläche, mit Hinweis: "Reinbestandszahlen, die über die Anteilflächen der Baumarten in die jeweiligen Pflanzenzahlen der WET-Mischbestände umzurechnen sind"
     
  8. Staatsbetrieb Sachsenforst (2016): Walderneuerung und Erstaufforstung, Hinweise für Waldbesitzer, 24 S.
     
  9. Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (2023): Thüringer Landesprogramm zur Bewältigung der Folgen von Extremwetterereignissen im Wald, 15 S.

 

Siehe auch 🔗

 

 

Infobox von forst-rast.de