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Der Ringelspinner (Malacosoma neustria L.)

Der Ringelspinner (BF: 7,4 - 46 / 6 + 7) ist forstlich heute nur noch von geringer Bedeutung. Auffällig sind seine Larven und Gespinste in Eichen-Kulturen. Aber auch auf Prunus-Arten und weiteren Laubgehölzen ist er anzutreffen. Er liebt warme und sonnige Gebiete (Kulturen und Parkanlage).

 

Ei-Stadium

Die Eier werden im Sommer dicht zusammen an dünnen Zweigen spiralförmig abgelegt. Daher auch der Name Ringelspinner. Die dunkelgrauen Eier haben die Form eines Blumentopfs, der mit einem Deckel zugedeckt ist.

Eier des Ringelspinners an einem Eichenzweig in einer Eichen-Kultur.

 

Larven-Stadium

Nach dem Schlüpfen sind die Raupen schwarz und werden dann bunt. Sie haben eine blaugraue Grundfarbe und gelbbraune, rote und feine schwarze Längsstreifen. Die Rückenlinie ist weiß. Sie sind behaart und haben an den Seiten auffällige hellgelbliche Haare. Der blaugraue Kopf mit den 2 schwarzen Flecken ist das deutlichste Unterscheidungsmerkmal zu anderen Ringelspinnerarten. Sie werden ca. 50 mm lang und fressen die Blätter.

Raupe des Ringelspinners

Ringelspinner leben gesellig zusammen und bauen Gespinste, in denen sie sich ausruhen und häuten.

Raupen und Gespinst des Ringelspinners

 

Puppen-Stadium

Im Juni verpuppen sie sich in gelblich bepuderten weißen Kokon zwischen Blättern.

 

Imago

Der Falter hat eine Spannweite von 30 bis 40 mm. Er ist ockerfarben und hat auf den Vorderflügel eine rotbraune, heller gesäumte Querbinde. Die Hinterflügel sind etwas heller mit einem undeutlichen Mittelband.

 

Wirtschaftliche Bedeutung

Früher gab es Massenvermehrungen, die an den Prunus-Arten zu erheblichen Schäden führten. Im Wald ist er heute vor allem in Eichen-Kulturen anzutreffen, jedoch dann auch nur an wenigen Einzelbäumchen. Diese Eichen überleben den geringen Blattfraß problemlos und reagieren nicht immer mit einem Regenerationstrieb. Deshalb ist auch aktuell eine Bekämpfung nicht notwendig.

Unwissende neigen dazu den Ringelspinner mit dem Eichenprozessionsspinner zu verwechseln, da er an Eichen vorkommt, Gespinste baut und die Larven genauso gesellig leben.

 

Literaturhinweis:

  1. Pohris, V., Oldenburg, C. (2003): MANUSKRIPT für die FORSTSCHUTZ-Übungen, Teil 3: Ordnung Lepidoptera, Schmetterlinge, TU Dresden, Fachrichtung Forstwissenschaften, Institut für Waldbau und Forstschutz, Professur für Forstschutz, 34 S.