Humusgehalt im Mineralboden von Waldböden

Der Humusgehalt kennzeichnet die Menge an organischer Substanz im Mineralboden und wird in m% angegeben. Bei der Kartierung wird im Allgemeinen nach dem optischen Eindruck, mit einer Fingerprobe und durch Erfahrung der Humusgehalt geschätzt. Je dunkler ein Horizont ist und je feiner er sich mit der Fingerprobe anfühlt, desto höher ist der Humusgehalt. Die optische Einschätzung können Farbtafeln unterstützen.

In [1] werden folgende allgemeine Hinweise für Waldböden gegeben:

  • Sandböden werden bei gleichen Humusgehalten deutlich dunkler gefärbt als bindige Böden. Sandmull-Ah-Horizonte besitzen bei vergleichbaren Bodenfarben nur etwa halb soviel organische Substanz wie Lehm- oder Schluffböden.
  • Ah-Horizonte unter L-Mull und F-Mull (enge C/N-Werte) verfügen als Folge intensiver biologischer Durchmischung über eine gleichmäßige und feine Humusverteilung mit hohen bis extrem hohen Humusgehalten (5 - 15 (30) m%).
  • Podsolige A-Horizonte (Aeh, Ahe, Ahe+Ae) sind ungleichmäßig humos. Neben saumartigen Bereichen mit hoher Huminstoffinfiltration an der Mineralbodenoberfläche wechseln sich kleinräumliche Bereiche mit Huminstoffauswaschungen und Umlagerung ab. Eine repräsentative Schätzung des Humusgehaltes ist deshalb kaum möglich.

Da es sich vor Ort um eine Schätzung handelt, werden nur Humusgehaltsklassen angegeben (siehe Tabelle). Eine Analyse im Labor ist möglich. Dabei wird der organische Kohlenstoffgehalt (Corg, m%) ermittelt und anschließend berechnet (Mineralbodenhorizonte Faktor 1,72 / L-, O- und H-Horizonte Faktor 2).

 

Gehalt an organischer Substanz mit Kurzzeichen und Bezeichnung aus [1] für Waldböden:

Kurzzeichen/
Humusgehaltsklasse
m% Bezeichnung
h0 0 humusfrei
h1 < 1 sehr schwach humos
h2 1 bis < 2 schwach humos
h3 2 bis < 5 mittel humos
h4 5 bis < 10 stark humos
h5 10 bis < 15 sehr stark humos
h6 15 bis < 30 äußerst (extrem) humos,
anmoorig bei Nassböden
H ≥ 30 Torfe bzw. Humusauflage

 

Literatur

  1. AK STANDORTKARTIERUNG in der AG FORSTEINRICHTUNG (2016): Forstliche Standortsaufnahme, 7. Aufl., S. 400

 

 

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