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Künstliche Bodenveränderungen im Wald

Im Folgenden werden Bodenveränderungen im Wald gezeigt, die vom Menschen beeinflusst oder aktiv geschaffen wurden.

 

Inhalt

  1. Sägegrube
  2. Entwässerungsgräben
  3. Begradigter Bach und Altarm
  4. Bodenverdichtung durch Maschinen - Flurschaden
  5. Hohlwege
  6. Steinbruch - künstlicher Aufschluss
  7. Gastrasse
  8. Wüstungen
  9. Landwehr
  10. Bombentrichter
  11. Literaturhinweis

 

1 Sägegrube

In Sägegruben wurden früher Stämme zu Balken, Bohlen und Brettern gesägt. Dazu nutzte man Längssägen, z.B. Brett-/Schottsägen oder Rahmen-/Handgattersägen. Während bei den Brettsägen ein Sägearbeiter auf dem Stamm stand und einer in der Grube, konnten bei den Rahmensägen zwei Sägearbeiter in der Grube an der Säge ziehen. Die Sägen wurden schräg zur Stammachse geführt, was man an den Sägespuren erkennen kann.

Sägegrube mit seitlichem Eingang
Sägegrube mit seitlichem Eingang
 
Sägegrube
Sägegrube
Sägegrube
Holzschnitt einer Sägegrube, 19. Jh. (Quelle: Wikimedia (engl.))

 

2 Entwässerungsgräben

Früher wurden Entwässerungsgräben im Wald angelegt, um die Bewirtschaftung des Waldes zu erleichtern und Baumarten zu pflanzen, die auf nassen Standorten nicht geeignet sind. Heute werden wegen des Klimawandels und des Wassermangels viele Gräben nicht mehr benötigt. Außerdem setzt man auf standortgerechte Baumarten, anstatt den Boden und den Wasserhalt aufwendig zu verändern.

Sonderstandorte wie Moore werden wieder renaturiert. Die Entwässerungsgräben, welche zur Torfgewinnung angelegt wurden, verschließt man und hofft, dass sich die Moore erholen. Dies ist ein aktiver Beitrag zum Erhalt seltener Pflanzen- und Tierarten.

Alter Entwässerungsgraben
Alter Entwässerungsgraben

Verschluss eines alten Entwässerungsgrabens im Moor
Verschluss eines alten Entwässerungsgrabens im Moor

 

3 Begradigter Bach und Altarm

Bach- oder Flussbegradigungen wurden aus vielerlei Gründen durchgeführt. An schiffbaren Flüssen vor allem wegen der Schifffahrt. Bäche wurden oft begradigt, um durch das schneller abfließende Wasser die Hochwassergefahr einzelner Ortschaften zu minimieren. Allerdings bedeutet dies auch wieder eine erhöhte Hochwassergefahr für Folgeortschaften. Mit den Begradigungen ändert sich meist auch die Flora und Fauna.

Der ursprüngliche Bachverlauf (Mäander) hinterlässt die Altarme. Diese können Kleinode für seltene Tiere und Pflanzen sein.

Begradigter Bach im Wald
Begradigter Bach
 
Altarm
Altarm

 

4 Bodenverdichtung durch Maschinen - Flurschaden

Bodenverdichtungen entstehen meist bei Holzernte- und -rückearbeiten. Diese Flurschäden können verringert oder vermieden werden, wenn:

Noch bodenschonender ist die motormanuelle Holzernte und die Rückung mit Seilwinde. Jedoch ist dieses Verfahren teurer und Zeitaufwendiger. Im öffentlichen Wald hält man sich im Allgemeinen an die Grundsätze der guten forstfachlichen Praxis.

Im Privatwald, vor allem im bäuerlichen Kleinprivatwald, kann man aber Flurschäden immer wieder entdecken. In Realteilungsgebieten gibt es Flurstücke, die 10 m breit und mehrere Hundert Meter lang sind. Ein Gassensystem anzulegen ist meist nicht möglich. Fehlender Sachverstand, Unachtsamkeit und Zeit-/Leistungsdruck führen zu erheblichen Flurschäden.

Nichteinhaltung der Rückewege, hier Problem der bäuerlichen Realteilung
Nichteinhaltung der Rückewege, hier Problem der bäuerlichen Realteilung

 
Kultur mit flächiger Bodenverdichtung wegen fehlerhafter Holzernte und -rückung
Kultur mit flächiger Bodenverdichtung wegen fehlerhafter Holzernte und -rückung

 
Fest gefahrener Rückeschlepper, Ergebnis von nassem Boden und Leistungsdruck
Fest gefahrener Rückeschlepper, Ergebnis von nassem Boden und Leistungsdruck

 

5 Hohlwege

Hohlwege sind alte unbefestigte Wege, die durch jahrhundertelange Nutzung durch Wanderer/Reisende, Fuhrwerke und Vieh entstanden sind. Durch die dauerhafte Nutzung des Reiseweges schnitt sich der Weg in den Boden ein. Begünstigt von Regenwasser erodierte der Boden fortlaufend. Hohlwege sind kulturhistorisch wertvoll und oft Bodendenkmäler.

Hohlweg im Wald
Hohlweg im Wald
Hohlweg im Feld
Hohlweg im Feld

 

6 Steinbruch - künstlicher Aufschluss

Steinbrüche sind künstliche Aufschlüsse, die der Gewinnung von Festgesteinen dienen. Im Wald sind oft stillgelegte Steinbrüche zu finden. Der Wald erobert sich dann den Lebensraum wieder zurück. Der Abbau von Gesteinen war früher deutlich lukrativer als die Forstwirtschaft. Heute gilt dies auch noch, jedoch gibt es Billigimporte, die die teure Abbautechnik nicht mehr rentabel machen.

Die Eingriffe in die Natur durch den Bergbau verändert die Erdkruste, die aus dem jahrmilliardenlangen geologischen Geschehen entstanden ist. Genauso wie in der Forstwirtschaft, gilt es auch im Bergbau "die Einwirkungen des Menschen auf seine Umwelt zu untersuchen und unter Kontrolle zu bekommen, mit dem Ziel, Schäden seines Lebensraumes zu vermeiden ..." (Rast, H. 1978)

Stillgelegter Steinbruch im Wald
Stillgelegter Steinbruch im Wald

 

7 Gastrasse

Gastrassen beanspruchen eine Freifläche im Wald. Dazu werden Streifen im Wald gerodet und von Bewuchs dauerhaft freigehalten. Die Wurzeln der Bäume oder sonstigen Bewuchses könnten die Leitungen beschädigen.

Gastrasse im Wald Gastrassenschild^
Gastrasse Gastrassenschild

 

8 Wüstungen

Wüstungen sind verlassene Orte. Gründe können Kriege, Krankheiten oder wirtschaftliche Not sein. Hinweise, dass es mal eine Siedlung gegeben hat, sind Urkunden oder Beschreibungen. Jedoch sind vor Ort auch Grundmauern oder Ruinen zu finden.

Wüstung, Ruine im Wald
Wüstung, Ruine

 

9 Landwehr

Landwehren sind Grenzmarkierungen von Siedlungen zumeist aus dem Mittelalter. Sie wurden militärisch genutzt, um Siedlungen zu verteidigen. In Wäldern sind diese Landwehren oft noch erhalten und gelten als Bodendenkmäler. Die Wälle mit Graben können mehrere Kilometer lang sein.

Landwehr im Wald
Landwehr im Wald

 

10 Bombentrichter

Bombentrichter sind Relikte vergangener Kriege oder auf Truppenübungsplätzen zu finden. Wenn solche Trichter im Wald gefunden werden, bedeutet dies Gefahr. Zum einen können in diesen Waldstücken Bomben liegen, die nicht explodiert sind. Zum anderen können die Bäume Splitterbefall haben, was die Vermarktung des Holzes quasi ausschließt.

Bombentrichter im Wald
Bombentrichter im Wald

 

11 Literaturhinweis

  1. Rast, H. (1978): Aus dem Tagebuch der Erde, Urania-Verlag Leipzig Jena Berlin, 128 S.